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Die Geschichte der SG Limburgerhof

In den Anfängen des SV 1919 Friedensau (1919 -1939)

Die ersten Bemühungen in Limburgerhof einen Fußballverein zu gründen, gehen auf das Jahr 1911 zurück. In diesem Jahr wurde der SV Phönix ins Leben gerufen, der sich ein Jahr später der TG 04 Limburgerhof anschloss. Bedingt durch die Auswirkungen des 1. Weltkrieges von 1914 – 1918 ruhte in dieser Zeit das Vereinsleben in Deutschland.

Die Geschichte unseres heutigen Vereins beginnt im Mai 1919 mit der Gründung des SV 1919 Friedensau unter dem Vorsitz von Anton Moser. Die heutige Gemeinde Limburgerhof gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht als selbstständige Gemeinde. Diese wurde erst am 01. Januar 1930 offiziell gegründet. Die damalige Siedlung am Bahnhof Mutterstadt setzte sich aus Teilen von Mutterstadt, Neuhofen, Rheingönheim und Schifferstadt zusammen. Die Einwohnerzahl bewegte sich bei ca. 2000 Menschen. In der Schule unterrichteten die Lehrer Fromm und Gutwein, die vielen älteren Generationen noch das Einmaleins beigebracht haben. Es sind nur noch spärliche Unterlagen aus dieser Zeit vorhanden, so dass es schwer fällt ein verlässliches Bild der sportlichen Aktivitäten nachzuzeichnen. Tatsache ist, dass die 1. Mannschaft 1920 als Gaumeister der C-Klasse in die B-Klasse aufstieg und 1921 als neuerlicher Meister ihrer Klasse um den Aufstieg in die A-Klasse spielte. In Ermangelung eines eigenen Sportgeländes wurden die Spiele bis 1920 in Neuhofen durchgeführt. Dann konnte man erstmals den in eigener Regie geschaffenen Sportplatz am ehemaligen Bahnweiher einweihen. Zum besseren Verständnis für die jüngere Generation: der Bahnweiher lag im Bereich des heutigen Kerweplatzes und war bis weit in die 50er Jahre hinein im Winter beliebter Eislaufplatz. Im Jahre 1922 meldete der Verein zwei aktive Mannschafte, sowie vier Jugendmannschaften. Die Aktiven gehörten nach dem verpassten Aufstieg, in den Jahren 1923 -1926 der A-Klasse an, mussten dann allerdings in die B-Klasse absteigen.    Das Vereinsleben wurde davon aber nicht in Mitleidenschaft gezogen, denn der Mitgliederbestand im Jahre 1926 wies über 200 Mitglieder aus. Die Zugehörigkeit zur B-Klasse erstreckte sich bis zum Jahre 1931. Der Aufstieg in die A-Klasse wurde geschafft. In dieser Zeit fungierte als Vorsitzender unseres Vereines Otto Nessel.

Limburgerhof, 1930 zur selbstständigen Gemeinde ernannt, zählte zu diesem Zeitpunkt bereits 2300 Einwohner. Ein Eis, damals schon vom „Eis-Konradt“ hergestellt, war für 5 Pfennig zu haben.      Die Zuckerfabrik auf dem Gelände des heutigen Rathauses, stellte seine Produktion 1932 ein. Arbeitslosigkeit prägt das Bild, der Bau der katholischen Kirche wird 1935 in angriff genommen. Die Einweihung fand ein Jahr später durch Pfarrer Finck statt. Trotz der depressiven Zeit oder vielleicht gerade wegen ihr war offensichtlich ein reges Vereinsleben zu verzeichnen, wie das Bild eines Sommerfestes im Jahre 1936 im Vereinslokal Schorr beweist. Die politischen Maßnahmen jener Zeit machten auch vor den Vereinen nicht halt  1937 erfolgt die Zwangsfusion zwischen der TG 04 und dem SV 1919 Friedensau unter der Führung des von der Partei eingesetzten Lehrers Katzenbach, dem die Vorstände der beiden Vereine Nessel (SV 1919) und Hermann (TG 04) zugeordnet waren. Die Folgejahre sind gekennzeichnet von den Auswirkungen des 2.Weltkrieges...

Nachkriegszeit und Wiederbelebung des Vereinslebens ( 1946-1954)

Der Sportbetrieb kann erst wieder nach dem Ende des Krieges im Jahre 1946 aufgenommen werden. Unter der Führung des von den französischen Besatzungsmächten eingesetzten 1. Vorsitzenden Heinrich Schwöbel wird ein neuer Sportverein, der SV SCHWARZ-ROT Limburgerhof ins Leben gerufen.

Mit tatkräftiger Unterstützung der französischen Interimsverwaltung entsteht der neue Sportplatz am Friedhof, für den die GEWOGE das Gelände auf Leihbasis zur Verfügung stellte. Dieser Sportplatz befand sich etwa auf Höhe des ehemaligen Jugenddorfes. Noch im gleichen Jahr wurde der Verein umbenannt in Sportverein Limburgerhof. Den Vorsitz übernahm Karl Schapp. Die Vereinsfarben wurden festgelegt: weißes Trikot, schwarze Hose. Bedauerlicherweise sind aus dieser Zeit noch weniger Unterlagen vorhanden. Der Chronist ist auf Aussagen von Zeitgenossen angewiesen.

 

Die Bundesrepublik wird gegründet. Der Schulbetrieb in Limburgerhof wird im Schlösschen am Park abgewickelt und die Lehrer Braun, Kirch, Gutwein, Groh und Frau Hildebrandt bemühen sich die nach Mädchen und Buben getrennten Klassen auf Vordermann zu bringen. Der Rohrstock ist noch erlaubt. Im Winter war reger Betrieb am Schulbergel, im Volksmund „die Limburger Blechalpen“ genannt und zwischenzeitlich , wie so vieles andere auch, eingeebnet. Im Bruch hat es  während der kalten Winter eine geschlossene Eisfläche gegeben. Diese erstreckte sich von der Rudolf-Wihr-Schule bis in das Gebiet des heutigen Neuhöfer Tierparks erstreckte. Ein Paradies für Eishockeyfans, die ausgerüstet mit Haselnussschlägern auf „Absatzreißern“ einer Blechdose als Puckersatz nachjagten. Nicht nur zufälligerweise waren das die Gleichen, die während der trockenen Jahreszeit mit Begeisterung Fußball spielten, auf den Bolzplätzen am Ginsterplatz ( an Stelle der heutigen Carl-Bosch-Schule ) oder am „Bahnplätzel“ ( etwa im Bereich der jetzigen   Von-Denis-Straße ). Ein beliebter Platz war auch der seinerzeitige „Königsplatz“, der heute Berliner Platz heißt. Gespielt wurde anfangs mit selbstgebastelten Stoffbällen, Tennisbällen aus  US-Care-Paketen und – was selten vorkam und dann entsprechend geschätzt wurde – mit einem Lederfußball, noch mit Schnürer versehen und gemeinhin die „Uffgebumbt“ genannt.

 

Selbstverständlich übertrug sich diese Sportbegeisterung auch auf die Vereine und insbesondere auf den SV Limburgerhof, dessen seinerzeitigem Jugendleiter Herr Lautenschläger fußballinteressierte Jugendliche scharenweise zuliefen. Als Jugendtrainer fungierte in dieser Zeit Arthur Kahrmann senior, bei dem manch einer, der heute noch in der AH unserer SGL am Ball ist, das Fußballeinmaleins erlernte. Unter anderem gingen durch seine Schule Leute wie Walter Dächert, einst Juniorennationalspieler und langjähriger Rechtsaußen des SV Phönix Ludwigshafen, ebenso Walter Schips, Heinz Kempf, Robert „Bimber“ Heinrich, Günter Schacke, die ebenfalls für den damals in der Oberliga Südwest eine hervorragende Rolle spielenden SV Phöenix Ludwigshafen, Vorgänger des heutigen Südwest Ludwigshafen, am Ball waren. Ein Indiz für die gute Jugendarbeit war die A-Jugend des Jahres 1953/54, in dem 9 von 11 Spielern auf Anhieb den Sprung in die 1. Mannschaft schafften.

 

Es war nicht nur eine fernsehlose Zeit, sondern auch die Zeit der öffentlichen Verkehrsmitte und der Fahrräder, Autos konnte sich kaum einer leisten. In Limburgerhof fand noch ein Sommertagszug statt und im Park an der Speyerstraße wurde jedes Jahr das Parkfest veranstaltet – ganz ohne Straßensperrung, dafür aber mit viel Atmosphäre. Zu den sonntäglichen Auswärtsspielen der Aktiven wurde ein Bahnbus gechartert, mit dem man dann zu den weiter entfernten Gegnern, z.B. Edenkoben, Lingenfeld, Mussbach usw. fuhr. Dabei nutzten eine stattliche Anzahl meist älterer Fans die Gelegenheit „raus“ zu kommen. Auf der Heimfahrt wurden dann je nach Ergebnis und entsprechenden Freischoppen „melodiös“ oder einfach nur laut gesungen, was das Zeug hielt, von „Schwarzbraun ist die Haselnuß“ über „Von den Bergen rauscht ein Wasser“ bis hin zu der feierlichen Erklärung „Schwarz und Weiß, wie lieb’ ich Dich“. Anschließend ging es noch kurz ins Vereinslokal zu den 13 Linden, wo das sportliche Wochenende bei einem oder zwei Bier ( der Becher für Pfennig, der Stein für 1,20 DM ) ausgeklungen wurde. Eine schöne, harmlose und harmonische Zeit...

 

Sportlich lässt sich die Entwicklung des SV Limburgerhof wie folgt skizzieren:

Im Jahr 1951 erfolgte die Neueinteilung der Klassen, demzufolge hatte der SV in der B-Klasse zu spielen. Dass man zu dieser Zeit über eine spielstarke Truppe verfügte, belegt die Tatsache, dass bereits 1952 der Aufstieg in die A-Klasse Mitte geschafft wurde. 1954 wurden durch Limburger Fußballer in Eigenarbeit der Sportplatzneubau am Hermann-Löns-Weg, der Bau der Hallenanlage und die Tennisplätze geschaffen. Es war auch das Jahr der Einweihung unseres neuen Sportplatzes. Es ist der heutige Hartplatz am Jugendzentrum. In den weiteren Jahren spielten die Aktiven des   SV Limburgerhof in der A-Klasse Mitte eine bedeutende Rolle und konnten in den Folgejahren einige Erfolge feiern...

Von der Deutschen Volleyball Meisterschaft bis zur neuen SG Limburgerhof (1955-1964)

In den Jahren 1952 – 1966 gehörte der Verein der A-Klasse Mitte an und hatte sich mit Gegnern aus dem lokalen Umfeld wie Mutterstadt, Neuhofen, Waldsee auseinander zusetzen.
Die gelang mit Bravour, wie die Meisterschaft aus dem Jahr 1956 der A-Klasse Mitte bewies.

Leider wurde das Erfolgsbild durch die Tatsache getrübt, dass der Verein am 06.05.1956 Konkurs anmelden musste. Die Ära Oskar Brendel ging zu Ende. Die Umbenennung in ASV erfolgte. Seine Nachfolger als Vereinsvorsitzende waren zunächst Edmund Butsch, den 1957 dann Georg Spitznagel ablöste. Am 6. Mai 1956 wurde durch einen 4 : 0 Sieg gegen Rödersheim die Meisterschaft der A-Klasse Mitte nach Limburgerhof geholt. Zwischenzeitlich hatte sich eine wesentliche Veränderung des Anspruches an die örtlichen Vereine dadurch ergeben, dass durch die Gründung des Jugenddorfes im Jahre 1957 einige 100 Jugendliche, vornehmlich aus dem Saargebiet und Gebieten Ostbayerns, die bei der BASF eine Ausbildung durchliefen, nach sportlicher oder kultureller Freizeitbetätigung suchten. Beim ASV Limburgerhof drückte sich dies in einem deutlichen Zuwachs an Jugendspielern aus, die schon bald die aktiven Mannschaften verstärken sollten. Namen wie Wolfgang Kriegel, Peter Giessel, Josef Lankes, Sepp Beyerl, Ludwig Huber und wie sie alle geheißen haben mögen, seien stellvertretend für Diejenigen erwähnt, die über einige Jahre die Basis der aktiven Mannschaft bilden sollten. Viele dieser Jugenddörfler sind nach Ausbildung wieder in ihre Heimatgebiete zurückgekehrt, manche aber, darunter z.B. Peter Giessel sind von der Pfalz nicht mehr losgekommen.


Bedingt durch die Tatsache, dass mit dem Sportlehrer Werner Lohr, der später zum Trainer der Volleyballnationalmannschaft avancierte, ein absoluter Fachmann für diese Sportart im Jugenddorf tätig war, wurde innerhalb von kurzer Zeit ein spielstarkes Volleyballteam aufgebaut. Diese talentierte Mannschaft wurde auf Anhieb Deutscher Meister und nahm damit am Europapokal der Landesmeister teil. Gespielt wurde damals in der Turnhalle der Carl-Bosch-Schule unter Umständen, die beim heutigen professionelle Denken überhaupt nicht mehr vorstellbar wären. Aber es war möglich. Europäische Spitzenmannschaften wie z.B. Dukla Prag fanden sich nach dem Spiel im Nebenzimmer der „dreizehn Linden“ ein und fühlten sich bei Gesang und Pfälzer Gastfreundschaft sehr wohl. Der ASV Limburgerhof stellte zu dieser Zeit eine ganze Anzahl Spieler (Dubiel, Herzog, ...) für die Nationalmannschaft ab.

Es war von Anfang an klar, dass diese Mannschaft nur für eine relativ kurze Zeit Bestand haben könnte. So mussten die meisten Spieler nach ihrer Ausbildung wieder wegziehen.

Diese glanzvolle Epoche der Vereinsgeschichte war damit 1961 wieder beendet und die Abteilung letztendlich wieder aufgelöst. Einige Spieler der Meistermannschaft, so z.B. Fritz Buch oder Bernd Hentschke haben ihr Glück in der Pfalz gesucht und auch gefunden. Sie leben seit dieser Zeit in Limburgerhof.


Werner Lohr fungierte nicht nur als Trainer der Volleyballnationalmannschaft, sondern übernahm auch die Leitung der aktiven Fußballmannschaft des ASV Limburgerhof. Beim Gedanke an die konditionsfördernden Staffelrennen um den Ginsterplatz schmerzen manchen der seinerzeit Beteiligten noch heute die Waden. Auch im Pokalwettbewerb, der zu dieser Zeit noch dadurch besonders lukrativ war, dass der Sieger an den Aufstiegsspielen für die nächst höhere Klasse qualifiziert war, spielten die Mannen in Schwarz-Weiß eine hervorragende Rolle. Im Jahre 1962 endete das erste Endspiel gegen den VfB Iggelheim unentschieden, während das Wiederholungsspiel mit 5:1 verloren ging. Im Jahre 1963 konnten die ASV’ler dagegen den Pokalmeister der Gruppe Nord, den VfR Frankenthal mit 2:1 besiegen und qualifizierten sich dadurch für die Aufstiegsrunde zur 2. Amateurliga. Dort scheiterte die Mannschaft äußerst knapp, aber eben leider doch und verblieb somit in der A-Klasse Mitte.

In den Jahren 1951 und durch Wiedergründung der TG 04 am 28. August 1953 verließen viele Vereinsmitglieder den SV. Der zweite Fußballverein in Limburgerhof, der sich VfR Limburgerhof nannte, spielte in dieser Zeit in der C-Klasse. Der Vorsitzende dieses Vereins war unser heutiger Ehrenvorsitzender Helmut Hanß. Es stellte sich heraus, dass Limburgerhof (damals ca. 5000 Einwohner) nicht groß genug war für zwei Fußballvereine. Nach langwierigen und zähen Debatten konnte am 06. März 1964 die Fusion der zwei Vereine bekannt gegeben werden. Der neue Verein erhielt den Namen SG 1919 Limburgerhof e.V., wobei die Abkürzung SG für Sportgemeinde steht. Hiermit schließt sich der Kreis aus der Vergangenheit mit der Gegenwart. Aus dem Gründungsverein SV 1919 Friedensau war die SG 1919 Limburgerhof entstanden. Der Vorsitz im neuen Verein übernahm der bisherige Vorstand der ASV Limburgerhof, Georg Spitznagel. Die 1. Mannschaft spielte in der A-Klasse Mitte.

Radsport und Schwimmen, neue Abteilungen in der Sportgemeinde ( 1965-1974)

Diese Jahre stehen unter dem Zeichen des Aufbruches, sowohl für die Gemeinde und die Bundesrepublik Deutschland, wie auch für unserem Verein.

Die Aktivitäten beschränkten sich nicht nur auf Fußball, sondern es waren sehr aktive Abteilungen wie Radfahren und Schwimmen vorhanden. Der Verein führte im Jahr 1966 ein großes Straßenrennen in Limburgerhof durch. In dieses Jahr fiel auch ein erster Partnerschaftsbesuch im Südtiroler Schnalstal. Am 2. Juni 1967 erklärte die Tennisabteilung ihren Austritt. Wobei an dieser Stelle für „Neubürger“ eine Anmerkung gemacht werden darf:


die ersten Tennisplätze in Limburgerhof wurden durch die „Fußballer“ dieser Gemeinde errichtet. Die Abteilungen der Schützen und Leichtathleten wurden im Jahr 1966 eingestellt. Dafür kam im Jahr 1968 eine eigene Schwimmabteilung dazu.

Die Kunstradfahrer waren in dieser Zeit sehr erfolgreich. Bei den Pfalzmeisterschaften 1968 errangen Kornelia Lautenschläger und Renate Nachbauer die Vizemeisterschaft. Im Jubiläumsjahr 1969 waren viele Erfolge durch die einzelnen Abteilungen zu verzeichnen. Herausragend waren die Pfalzmeisterschaften der Kunstradfahrerinnen durch Kornelia Lautenschläger und Renate Nachbauer. Im 50. Jahr des Vereins konnte man auf fünf Jugendmannschaften zurückgreifen. Sie spielten damals alle um die Meisterschaft mit. Es konnten folgende Juniorenmannschaften besetzt werden: A-Jugend, B-Jugend, C-Jugend und D-Jugend. Wobei die D-Jugend mit zwei Mannschaften vertreten war. Leider sind aus dieser Zeitepoche nicht mehr Informationen vorhanden.

Aufstieg in Bezirksliga und Teilnahme am DFB-Pokal (1975-1984)

In der Gemeinde Limburgerhof, sowie in der Bundesrepublik Deutschland war ein steter Aufstieg zu verzeichnen. Die Geschichte der SG Limburgerhof war scheinbar immer ein bißchen an die Konjunktur der BRD geknüpft.

Auch unsere SG Limburgerhof konnte davon profitieren. Ein Glücksgriff in der Vereinsgeschichte war die Verpflichtung von Manfred Schönholz als Trainer der Aktiven. In die Ära dieses erfolgreichen Trainers fielen viele große Siege der SG Limburgerhof.

Doch die wirklich großen Erfolge dieses Jahres wurden im Pokalwettbewerb erzielt. Der Weg unserer SG Limburgerhof wurde erst im Finale vom heutigen Bundesligisten FSV Mainz 05 gestoppt. Bis dahin wurden so bekannte Mannschaften wie:

VFR FrankenthaL        3:2

Lingenfeld                   2:1

Eintr. Bad Kreuznach  3:0

VFR Baumholder         3:0

und im Halbfinale die SG Pirmasens 7:1

geschlagen.

Im Endspiel um den Südwest-Pokal am 13.06.1980, dass auf “Neutralem Boden” in Gimbsheim stattfand, unterlagen wir mit 2:1. Die Tore erzielten 1:0 Magura (45.), 1:1 Bopp (48.) und 1:2 Bopp (51.)

Die Schlagzeilen nach diesem Spiel lauteten unter anderem:

Diese Niederlage war ein Sieg

oder

SG Limburgerhof war der moralische Sieger

In diesem Speil konnte die Mannschaft dem Oberligisten Mainz 05 lange Zeit Paroli bieten. Aufgrund von verletzung und einer unberechtigten Roten Karte konnten die Limburger in den letzten Minuten noch kräftig auf den Ausgleich drängen. Ein Zitat aus dem damaligen Amtsblatt:

...Mainz 05 hat mit Glück gewonnen und den Pokal errungen. Die SG Limburgerhof hat sich prächtig geschlagen.... zwar knapp geschlagen, ging aber als moralischer Sieger vom Platz. Unsere Mannschaft hat damals in den lokalen und überregionalen Zeitungen für viel Wirbel gesorgt. Sie wurde als Favoritenkiller und Sensationsmannschaft gefeiert. In der ersten Runde des DFB-Pokals wurde uns dann ein schwerer Gegner zugelost. Wir mussten zum damaligen Zweitligisten FC Homburg reisen und verloren dort mit 0:3 Toren.

In der kommenden Fußballsaison konnte die SG Limburgerhof in der Bezirksliga recht gut mithalten und unterschiedliche Tabellenplätze. Im Jahre 1981 legte der Trainer sein Amt nieder. Aus diesem Anlaß wurde er von den Spielern mit einem Fackelzug verabschiedet. Hierin kam der Dank für die geleistete Arbeit zum Ausdruck.



Es geht weiter mit dem Wiederaufstieg in die A-Klasse Mitte nach der Saison 74/75. Die Meisterschaft wurde damals mit einem Punktestand und Torverhältnis abgeschlossen, auf das jeder stolz war. Die Bilanz:

105 : 21 Tore  und 48 : 8 Punkte


Der ehemalige Ligaspieler und Mannschaftsführer von Südwest Ludwigshafen führte die SGL-Mannschaft dann im Jahr 1979 als Trainer zu einem weiteren Höhenflug. Sie wurde A-Klassenmeister und sicherte sich damit den Aufstieg in die Bezirksliga-Vorderpfalz.

Der freie Fall bis in die B-Klasse (1984 - 1994)

Wir haben am Anfang schon festgestellt, dass die Geschichte der SG-Limburgerhof auch ein bißchen mit der Geschichte bzw. der Konjunktur der BRD verknüpft scheint. Einem Hoch kann ein Tief folgen. Leider war es auch bei der SG Limburgerhof der Fall. Nach drei Jahren Bezirksliga folgte aus unterschiedlichen Gründen ein Freier Fall bis in die unteren Regionen der Klassen.

Dieser Fall wurde dann in der B-Klasse Speyer beendet. Die Mannschaft bemüht sich auch heute noch mit unterschiedlichen Ergebnissen wieder an bessere Zeiten anzuknüpfen. Doch die Zeiten sind härter geworden und leider ist im Fußball heute zum Teil ein Aufstieg in höhere Regionen nur mit Geld zu schaffen.

Die Zeit von 1986 -1988 ist auch ein “schwarzes Kapitel”  in der Vereinsgeschichte der SG Limburgerhof. Die Vorsitzenden wechselten aus verschiedenen Gründen sehr schnell, die Aktiven “kickten” nur noch, in der Jugend dümpelte es nur noch so vor sich hin.

Kurzum der Verein stand kurz vor der Auflösung, bzw. vor dem Konkurs. Wir wollen an dieser Stelle die Geschichte nicht wieder aufwärmen, doch auch diese Ära gehört zum Vereinsleben. Doch Gottseidank gehört sie in die Vergangenheit und die Zukunft sieht um vieles rosiger aus.

An dieser Stelle sei noch zwei Mitgliedern gedankt, die sich in dieser schweren Zeit dem Verein selbstlos zur Verfügung gestellt haben.

In der dunkelsten Stunde sprang unser Ehrenvorsitzender Herr Helmut Hanß in die Bresche und übernahm die Vereinsführung, die er später in die Hände von Manfred Wüchner legte.

Bei den Aktiven ging es in dieser Zeit wieder aufwärts und es konnte sogar wieder eine zweite Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet werden.

In der Jugendabteilung machte sich ein glücklicher Umstand bemerkbar. Ehemalige Aktive, die in die “Jahre” gekommen waren (Sie wurden Väter von Kindern), entdeckten ihr Fußballerherz neu und wurden aktiv. Sie taten dies mit soviel Erfolg, daß unsere Jugendabteilung in der Zwischenzeit wieder ein Vorzeigeobjekt geworden ist. Auch hier soll ein Name für alle anderen stehen: Es ist unser ehemaliger Jugendbetreuer, Jugendleiter und damaliger Vorstand, aber auch ehemaliger Bezirksligaspieler Wolfram Luzinski. Dank seiner Aktivität ging es mit der Jugend aufwärts und es wurden auch schöne Erfolge eingesammelt: Pokalsieger, Spitzenplätze, Aufstieg zur Bezirksliga, alle Jugendmannschaften besetzt. Aber auch andere Aktivitäten wurden angeboten und von den Jugendlichen dankbar angenommen.  Pfingstfahrten, Besuch v. Bundesligaspielen, Wochenendfreizeiten.

Ein Dank an den Verein. Für diese Aktivitäten war der Auftrag durch den Südwestdeutschen Fußballverband den  SEPP HERBERGER TAG 1992 auszurichten. Wir konnten sogar einen Sieger stellen. es war dies  Mathias Fricke in der Altersklasse der F-Jugend. Ein besonderer Ehrengast war Fritz Walter.

Die Aktivitäten in unserem Verein und die Betonung liegt bewußt auf unserem Verein, werden auch in Zukunft nicht nachlassen. Davon sind zumindestens die “Macher” dieser Festschrift überzeugt. Dies gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, daß sich weiterhin so viele Mitglieder im Verein aktiv beteiligen. Wobei es eigentlich nie genug sein können, denn wie gesagt es ist unser Verein, also der Verein für und mit allen Mitgliedern.

Die Schreiber dieser Chronik können nicht in die Zukunft sehen. Doch es läßt uns hoffen, wenn wir unseren Nachwuchs Samstag für Samstag bei den Spielen beobachten, daß es mit der SG Limburgerhof 1919 weiterhin in der Zukunft weitergehen wird.

Für die nächsten 25 Jahre alles Gute und vielleicht ist der Eine oder Andere dann noch dabei und wirkt an der Festschrift für das 100jährige mit.

Das war der letzte Teil der Vereinscronik, erschienen anläßlich des 75 jährigen Jubiläums der SG Limburgerhof 1919 im Jahre 1994.